Im November 1999 planten αlabay und Alois Thoma, ein wenig jenseits ihrer althergebrachten Bandstrukturen, gemeinsam ein Album aufzunehmen. Zwischen Dezember 1999 und Januar 2000 wurde dies in Rekordzeit in die Tat umgesetzt. Es bot sich jedoch an, das Album ins reguläre Repertoire von (damals noch) New Trial zu übernehmen, statt eine neue Band namens AnT zu gründen. Dies ergab auch insofern einen Sinn, als daß einige Songs aus der ehemaligen gemeinsamen New Trial Bandzeit 1993-1995 mitverarbeitet worden waren. Pfeuti und Mokko$ Vassallo waren zu diesem Zeitpunkt mit ihren weiteren Bands (zu) beschäftigt, so kam es zu einem sehr elektronischen Album, welches unerwartet gefällige Töne neben ein paar extravagante Experimente packte. Alles in allem wurde das Album jedoch – man kann schon fast sagen leider – sehr düster. An sich sollte es tanzbar werden, nicht depressiv. Da aber die Lebensumstände um einen herum meistens einen direkten Einfluß auf das Entstehende haben, kippten einige Songs im Entstehungs- und Interpretationsprozeß in ihrer Aussage. An sich sollte Sven Kerzenmacher als Bassist ebenfalls mitwirken, aus diversen Gründen kam es dann aber nicht dazu, und leider zog auch Alois Thoma sich wieder zurück. So fing man an, schon für die Zukunft zu planen, die sich dann jedoch beim Dolunay Album völlig unerwartet anders entwickelte, als erwartet – diesmal wieder mit Pfeuti und Mokko$ Vassallo (und sogar Karin Jehle, die schon früher Baß für The Trial gespielt hatte). Aus diesem Grund kam anfangs eine relativ unfertige und unausgegorene Fassung von Nacht der Illusion auf CD heraus.
Zwei kleine Nachspiele gab es für das Album 2004 und 2007, als noch einige Schlagzeugspuren von Pfeuti und Baßspuren von αlabay beigesteuert wurden, um das Elektronische doch etwas organischer zu stimmen. So hatten wir mit den Jahren dem Album letztendlich doch noch den obligatorischen The Trial Stempel aufgedrückt. Amen!

Von wegen Amen … zu früh! 2009, satte zehn Jahre nach den ersten Aufnahmen, wurde alles nochmals, und diesmal komplett, neu gemixt. Die alten Spuren konnten größtenteils von DAT rekonstruiert werden. Mit der ausgefeilten Technik eines Computers (der ursprüngliche Mix war mit einem HD-Recorder gemacht worden), konnte alles, was bei der Urfassung teilweise auf der Strecke geblieben war, präzise umgesetzt werden. Es sind auch »verlorene« Gitarrenklänge von Alois wieder aufgetaucht, die nun in Dolphincat zu hören sind. Alois war mit den ursprünglichen Aufnahmen auch nicht zufrieden. Er hat zwar bedauerlicherweise nicht selber beim Mix mitgemacht – er habe sich zu sehr von der Musik entfernt – aber ihn angehört, für gut befunden und abgesegnet. Wir brachten es sogar fertig, ein alte-Musiker-treffen-sich-im-Paradies zu vollbringen. So ist also – zehn Jahre nach den ersten Aufnahmen – dieses Album klanglich so, wie es ursprünglich geplant war. Das bisher leider einzige Studioalbum mit dem wohl wavigsten und genialsten Gitarristen und Sänger, den es je bei The Trial gegeben hat … Alois. Amen und Ahoj!
αlabay, Emmendingen, 26.08.2009